Femen – eine Aussteigerin erzählt von ihrem Ausstieg

Femen: Der symbolische Kampf der Medienamazonen

Eine Aussteigerin erzählt von ihrer Zeit bei der Frauenrechtsgruppe

Seit einigen Monaten wird in Deutschland wieder demonstriert. Menschen gehen wegen abstrakter Ängste vor einer Islamisierung des Abendlandes auf die Straßen deutscher Städte. Zu Hunderten und Tausenden machen sie ihrem Unmut Luft. Frustrationen bestimmter Gesellschaftsschichten werden rechtspopulistisch instrumentalisiert. Ihre Stärke ist die Masse, die Abwehr gegenüber den Massenmedien, die von der Bewegung als “Lügenpresse” bezeichnet wird. Um eine andere Protestbewegung, die die Massenmedien als Kernbestandteil nutzte um ihre Botschaften zu verbreiten, ist es  dagegen ruhiger geworden: die Frauenrechtsbewegung FEMEN.

Um die Natur des Protestes, der über Nacktheit den Weg in die Presse fand, genauer zu verstehen, habe ich mit Anna, einer aufgeweckten jungen Frau, in Berlin ein Interview geführt. Sie war Aktivistin bei Femen. Davor war sie politisch wenig aktiv. Sie nahm an einer Demo gegen Studiengebühren teil, damals ein Gruppending, weil alle aus ihrem Umfeld hinfuhren. Zum 1.Mai ging sie immer aus Tradition. Doch nie hatte sie das Gefühl, dass demonstrieren in der großen Masse etwas bringen würde.

Dann hört sie von den Frauen, die ihre nackten Körper als Sprachrohr für ihre Botschaften benutzen. Anna erzählt, dass sie eine der Aktivistinnen noch aus der Grundschule kenne. Aus Neugierde meldet sich Anna bei ihr und ist dann schnell bei einem Gruppentreffen dabei. Sie berichtet von einer offenen Diskussionskultur, kann sich persönlich viel einbringen. Sie findet Gefallen daran, redet mit: Über politische Themen, von denen sie und die Gruppe der Welt sagen wollen, dass es so nicht geht. Es ist dieses Frauenpowerding, das sie begeistert.

Dann ist sie ziemlich schnell bei einer Aktion dabei. Sie ist überrascht darüber, wie so eine kleine Gruppe plötzlich soviel Aufmerksamkeit der Medien bekommt.

“Das Tolle an dieser Gruppe war, dass du erfährst, du erreichst was, weil du einfach gehört wirst. Schon nach wenigen Wochen war ich auch bei vielen Interviews dabei, und die Leute wollten echt wissen, was du denkst. Wann wird man überhaupt schon mal von irgendeiner Zeitung oder vom Fernsehen oder so gefragt, was man über ein politisches Thema denkt?”

Die Berichterstattung der Medien ist sehr positiv, das Konzept der Aktionen geht auf. Gegründet wurde die Gruppe bereits 2008 in der Ukraine. Anna erzählt, dass Hanna Huzol,die Gründerin von Femen, damals eigentlich nur ein Studium begonnen habe um einen Mann zu finden, dann aber mehr und mehr mit feministischer Literatur in Kontakt kam und deren Kritik am Patriarchat und deren Ziele verinnerlichte. Sie und ihre Mitstreiterinnen trugen die Kämpfe aber nicht in den Seminarräumen und Fachzeitschriften des akademischen Betriebs aus, sie gingen auf die Straße. Wie Pussy Riot versuchten sie provokante Aktionen durchzuführen, für die die Musikerinnen der Punkrock-Band 2012 zu Haftstrafen verurteilt wurden. Zwar gab es keine direkten Verbindungen zwischen Femen und Pussy Riot, die Aktivistinnen bewunderten die Band aber für ihren Mut. Genauso wie sie protestierten die Sextremistinnen von Femen gegen patriarchalische Strukturen und gegen Russland. Nach und nach zogen sie sich bei den Aktionen immer mehr aus, weil sie merkten, dass sie dadurch mehr Aufmerksamkeit bekamen – ab 2010 behielten sie die Oben-ohne-Aktionen dann bei.

Zurück in Deutschland, Juni 2013. Die Aktivistinnen planen eine Aktion beim Produzentenfest in Berlin. Ziel: Angela Merkel. Die Botschaft: Ein Aufruf, sich für alle Femen-Aktivistinnen, die in Tunesien inhaftiert wurden, einzusetzen. Zwei Wochen zuvor hatten zwei Französinnen und die deutsche Studentin Josephine gegen die Inhaftierung der tunesischen Aktivistin  Amina Sboui protestiert, der zu dem Zeitpunkt eine Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten drohte. Nun soll öffentlicher Druck aufgebaut werden.

Beim Produzentenfest laufen Stars und Sternchen über den Teppich, Angela Merkel dazwischen – Kameras überall. Wie bei allen Aktionen von Femen muss es schnell gehen. Eine Aktivistin schafft es auf den roten Teppich vor die Kameras, die anderen versuchen mit nacktem Oberkörper, laut die Botschaft rufend, zu Merkel durchzukommen. Die Sicherheitsleute reagieren schnell. Anna wird niedergestreckt. Danach kommen die Journalisten mit den Fragen. Ist man in der Situation überhaupt in der Lage diese zu beantworten? Anna räumt ein, dass es nicht ganz leicht ist: “Man hat ja schon einen Adrenalinschub. Ich war dann immer gar nicht in der Lage etwas Sinnzusammenhängendes zu sagen. Man hat dann eher so Phrasen, die man einstudiert hat, die man dann so sagt.” 

Aber es funktioniert, die Botschaft des Protests findet sich in den Zeitungsartikeln wieder. Doch auch der Kontakt mit den Sicherheitsleuten geht nicht ganz spurlos an Anna vorbei: “Ich hatte da ziemliche Bauchschmerzen nach dieser Merkelattacke”. Was den generellen Umgang der Beamten mit den ungeschützten Körpern der Aktivistinnen angeht, fügt sie hinzu: “Die Griffe der Polizisten waren sehr präzise, sodass es nur darum ging uns ruhig zu stellen, aber nie darum uns zu verletzen. Die Polizisten haben eigentlich auch immer weggeguckt.”

Die rechtlichen Konsequenzen einer solchen Aktion halten sich in Deutschland in Grenzen. Die Verfahren werden meist nach einiger Zeit wieder eingestellt. Die in Tunis auf vier Monate angesetzte Haftstrafe für Josephine und die zwei Französinnen, wurde einen Monat später in eine Bewährungsstrafe umgewandelt, nachdem sich die Aktivistinnen vor Gericht für ihre Entblößung entschuldigten. Wieder in Deutschland wurde es für Josephine dann Ende 2013 nochmal teuer. Sie entblößte sich bei der Weihnachtsmesse im Kölner Dom vor versammeltem Publikum, sprang auf den Altar – auf dem Oberkörper die Aufschrift “Ich bin Gott” – und wurde dafür zu einer Geldstrafe von 1.200 Euro verurteilt. Anna sagt zu dem Umgang von Femen mit höheren Strafen, dass  die Gruppe solidarisch unter die Arme greife: Das “tragen dann natürlich auch alle. Wir haben auch darüber gesprochen bevor wir was gemacht haben. Wenn was passiert, sitzen alle im Boot und man wird nicht allein gelassen.”

Nach wenigen Aktionen und Interviews kommt Anna zusammen mit der Gruppe in Kontakt zu feministischen Gruppen. Wieder wird ihr zugehört, sie kann sich aktiv einbringen:

“Das fand ich auch sehr interessant, dass ich mal bei richtigen feministischen Diskussionsrunden dabei sein konnte, und das nicht nur als Zuhörerin. Das ist nochmal was ganz Anderes. Zuhören ist ja ganz interessant, aber man hat immer das Gefühl man möchte auch mal antworten, man möchte auch mal was sagen und dabei sein.”

Das gute Gefühl der Teilnahme bekommt aber schnell einen bitteren Nachgeschmack. Die Femen-Aktivistinnen sind überwiegend unerfahren, Laien was feministische Theorie angeht, sodass sie schnell an ihre Grenzen stoßen: “…was in den Diskussionsrunden aber auch schlimm war: Wenn man eine Dozentin oder mehrere aus den Gender Studies in der Runde hat, dann steht man natürlich ziemlich doof da. […] Da wurden wir so in Grund und Boden geredet. Das war richtig peinlich: Weil du dich nicht wehren kannst; weil du einfach das Wissen nicht hast; dir nie wirklich Gedanken gemacht hast, obwohl es genug Feministinnen gab, die das alles schon mal vorgekaut haben.”

Doch wichtiger als tiefgehende Theoriekenntnisse und detailliertes Geschichtswissen ist Anna und der Gruppe erst einmal etwas Anderes. Sie sagt, sie wollen raus aus der Institutionalisierung, Freiheiten haben und mitreden dürfen, auch wenn sie die Geschichte des Feminismus nicht im Detail kennen.

“Ich finde es legitim, dass man als Protestgruppe in dieser Naivität anfängt und erstmal nur Menschen dabei sind, die alle ähnlich denken oder ein ähnliches Bild von sich selbst und der Welt haben. Aber man muss sich eben weiterentwickeln sonst stirbt diese Bewegung und man muss dann auch selbstkritisch sein […] ich bin doch auch erst 24 und kann die ganze Welt noch nicht kennen.”

Das Gefühl, von anderen feministischen Gruppen nicht angenommen zu werden, bleibt.

Dann gibt es auch negative Presse. Unter anderem die Kritik, dass bei Femen nur hübsche junge Frauen mitmachen würden. Anna betont, dass keine Bewerberin abgelehnt wurde. Nur gegenüber Männern schloss sich die Gruppe vollkommen, was Anna bedauert, da auch Männer unter der patriarchalischen Gesellschaft leiden würden.

Anna wird kritischer, was die Bewegung angeht. Nachdem die Tunesierin Amina Sboui in Tunesien wegen einer Aktion ins Gefängnis kommt, verabreden sich kurz darauf zwei Französinnen und die deutsche Studentin Josephine, kaum volljährig, zu einer Protestaktion in Tunis. Vor dem tunesischen Justizpalast fordern sie am 29. Mai 2013 mit nacktem Oberkörper die Freilassung von Amina. Sie werden festgenommen und in Untersuchungshaft genommen. Anna sieht die Entscheidung, ein so junges Mädchen bewusst einer mehr als wahrscheinlichen Gefängnisstrafe auszusetzen, kritisch: “Da sitzt du dann da und du fragst dich: Warum schickt ihr die da hin?” Sie selbst würde nicht nach Tunesien gehen, sagt sie: “auch deshalb nicht, weil das ja auch wieder überheblich wirkt. Ich hab ja schon hier gemerkt, dass ich nicht genügend informiert war, und andererseits wenn man das in einem anderen Land macht, nicht nur weil es gefährlicher ist, sondern ich finde es nicht richtig, eine andere Gesellschaft zu kritisieren”.

Femen wird Anna zu religionskritisch. Nach der Festnahme von Amina in Tunesien wurde überlegt vor der tunesischen Botschaft in Berlin zu demonstrieren. Dann wurde die Aktion aber vor eine Moschee verlegt. Der Protest gegen das Handeln eines Staates wurde zum Protest gegen eine ganze Religion.

Nachdem Amina Sboui nach zweieinhalb Monaten vorzeitig freigelassen wird, trennt sie sich von der Gruppe mit der Begründung, sie wolle nicht, dass ihr Name mit einer islamfeindlichen Organisation in Verbindung steht, so die Online-Zeitung Al Huffington Post Maghreb. Es gehe darum, Menschen und ihre Religion zu respektieren. Zwar danke sie allen Aktivistinnen für ihre Unterstützung, es seien aber nicht alle Aktionen gut für ihren Fall gewesen (via T-Online). Das Gericht hätte ihr Strafmaß anheben können, wenn nachgewiesen worden wäre, dass sie als Teil einer organisierten Gruppierung agierte. Bei dem Prozess ging es aber nur um die Entweihung eines religiösen Ortes – der Friedhofsmauer einer Moschee, an die sie “Femen” geschrieben hatte um gegen eine Versammlung von Salafisten zu protestieren – und gegen die Verletzung von Sitte und Anstandsregeln.

Auch kritisierte Amina die nichttransparente Finanzierung der Gruppe, was eine Mitbegründerin der Gruppe, Alexandra Schewtschenko, in einem Interview auszuräumen versucht. Femen finanziert sich der Internetseite zufolge durch Spenden und den offiziellen Femenshop, über den Motto-T-Shirts und Pullover, Tassen und Cappies, sowie unterschriebene Brustabdrücke der Aktivistinnen bestellt werden können.

Anna merkt irgendwann, dass sich die Gruppe mehr und mehr in eine Kern- und eine Randgruppe spaltet. Entscheidungen werden nicht mehr von allen getroffen. Die offene Diskussionskultur verändert sich. Zwar wird über Aktionen geredet, aber konkrete Vorhaben werden relativ spontan ohne das Wissen der Anderen durchgeführt. Vom Protest zur Eröffnung des Barbiehauses, bei dem eine Femen-Aktivistin eine Barbie-Puppe am Kreuz verbrennt, erfährt sie über einen Bekannten. Ein Sprecher der ebenfalls anwesenden Occupy Barbie-Dreamhouse-Bewegung kommentiert den Femen-Protest als “absolut bescheuerte Aktion”. Über die Anliegen der Occupy-Bewegung (Linksjugend Kreuzkölln) und der Initiative “Pink stinks” wurde separat davon im Tagesspiegel berichtet. Auf der offiziellen Femen-Homepage, die sonst alle Aktionen auflistet, ist keine Nachricht über den Tag zu finden.

Was für Anna aber am schlimmsten ist: Die Gruppe entwickelt sich nicht weiter. Nach den schlechten Erfahrungen mit den feministischen Diskussionsrunden macht sie den Vorschlag eine Pause einzulegen, mehr zu recherchieren und sich Gedanken zu machen. “Hätte man das alles gelesen, wäre man ganz anders in die Diskussionen gegangen und das wär doch eigentlich sehr schön gewesen dass […] dann alle überrascht sind, dass du dich auskennst, auch in der Vorgeschichte des Feminismus, für den du ja Vertreter bist.”

Ein anderer Vorschlag von ihr ist die Gründung eines Frauenzentrums, das sich der alltäglichen Probleme von Frauen annimmt und versucht zu helfen, wo es möglich ist. Stattdessen wird Femen zum Verein. Damit schreitet Anna zufolge die Entwicklung in Richtung autoritärer Entscheidungsfindung aber noch weiter voran. Anna steigt aus. Ihr Fazit:

“Ich würde sowas nicht nochmal machen. Ich habe für mich festgelegt: Protestieren ist schön, aber Machen ist besser. Ich finde es besser seine eigenen Möglichkeiten zu suchen und die Missstände, die man sieht, zu ändern. Aufmerksamkeit zu erzeugen, das ist wichtig, aber wichtiger ist es etwas zu machen, das habe ich ja schon angedeutet mit dem Frauenzentrum. Bei Femen hast du zwar das Gefühl du machst tierisch was, aber du hast eigentlich nur Aufmerksamkeit erzeugt, und eigentlich wartest du ja darauf, dass jemand darauf aufmerksam wird, der in der Position ist zu helfen.”

Sie hat für sich persönlich entschieden politisches Handeln von der Öffentlichkeit ins Private zu verschieben. Für sie findet Protest schon in alltäglichen Gesprächen statt, in denen man die Meinungen und Vorurteile anderer Menschen hinterfragt. Sie ist zur offenen Diskussionskultur zurückgekehrt.

Femen versucht sich dagegen weiterhin als ein Symbol im Kampf gegen das Patriarchat zu etablieren; zu einer kulturellen Strömung der Verteidigung unterdrückter Frauen zu werden. Auch wenn die Aktivistinnen die Erfahrung gemacht haben, dass feministische Gruppen Neueinsteigerinnen mit wenig Hintergrundwissen zwar ein Forum bieten, aber schlussendlich doch zu verwissenschaftlicht sind und sich dieser speziellen Gruppe mit unglaublichen Energien eher verschließen, als öffnen. Und die Aktivistinnen geben sich mit dem, was der Feminismus in der Geschichte erkämpft hat, nicht zufrieden. So reihen sie sich in die Vielfalt feministischer Strömungen und Aktionsformen ein, mit der ihr eigenen besonderen Ausprägung. Und auch wenn die Aktionen wenig politische Konsequenzen haben, so sind sie umso stärker in ihrer Symbolfunktion. Wie terroristische Gruppen benutzt Femen für die Verbreitung dieser Symbole eine Schwäche der Medien.

Der Terrorismus in all seinen Formen bedient sich immer der Mechanismen der Massenmedien, die dem Spektakulären und dem Bildhaften immer Vorrang geben. Ohne Massenmedien könnte es keinen Terrorismus geben, da er sie als Kommunikationsmedium benutzt. Auch Femen gibt es nur, weil die Zeitungen und Fernsehsender mit Provokation und Fotos von Nacktheit Nachrichten machen. Der Protest von Femen  ist ein gewaltloser Aktionismus, der die Funktionsmechanismen der Massenmedien nutzt um Botschaften zu verbreiten. Aber sie befolgen dabei eine wichtige Regel, die sie von terroristischen Gruppen unterscheidet: Sie wenden keine Gewalt an. Die mediale Aufmerksamkeit erreichen sie über ihre Nacktheit als Teil der Provokation ihrer Aussagen. Angela Merkel hat die Protestform als “Notmaßnahme” im Rahmen möglicher Arten der Meinungsäußerung kritisiert, muss sie aber als Teil der Demonstrationsfreiheit akzeptieren.

Das Interesse an einem bestimmten Thema nimmt ab, je öfter es sich wiederholt.

Mittlerweile hat die Gruppe ein Manifest in Taschenbuchform veröffentlicht und dokumentiert weiter alle Aktionen in Europa auf der offiziellen Website (femen.org), darunter eine Nacktattacke auf Dominique Strauss-Kahn als Zeichen gegen Prostitution oder Aktionen gegen die drakonische Strafe der saudi-arabischen Justiz gegen den Internetaktivisten Raif Badawi.

Auch bei der ersten schwedischen PEGIDA-Demonstration Anfang Februar waren sie dabei, womit sich Femen trotz ihres antireligiösen Standpunkts  gegen Islamfeindlichkeit und für Multikulturalität positionieren will.

Die Anführerin der Gruppe, Hanna Huzol, meint, die alte Generation hätte Angst vor nackten Frauen. Über sich und die neuen Amazonen sagt sie:

“Wir haben verstanden, dass unser Körper zur Waffe werden kann, deswegen benutzen wir ihn wie Bomben. Wir sind der Widerstand in einer Macho-Gesellschaft. Unser Traum ist eine internationale feministische Gruppe zu werden, die der öffentlichen Meinung alle Ungerechtigkeiten gegen Frauen aufzeigen kann.”

Leider gibt es auch einen anderen Funktionsmechanismus der Massenmedien. Das Interesse an einem bestimmten Thema nimmt ab, je öfter es sich wiederholt. Zwar wird über Femen-Aktionen auch 2015 weiter berichtet, aber die nackten Aktivistinnen bekommen nicht mehr die Aufmerksamkeit, die ihnen noch 2013 zu Teil wurde. Wie Gewalt stumpft auch Nacktheit irgendwann ab. Nun ist die Kreativität der Gruppe und ihre Bereitschaft zu Veränderungen gefragt, um das schlechte Gewissen der Gesellschaft gegenüber der Unterdrückung der Frau am Leben zu erhalten.

Anm.d.R.: Dieser Artikel erschien ursprünglich 11. März 2015

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