Traumgedöns

Manchmal träume ich nachts, manchmal tagsüber und manchmal während eines Powernaps auf der Couch. Ich weiß, dass ich sehr wirres Zeug träume und mich manchmal sogar daran erinnere. Ich war noch nie ein begeisterter Frühaufsteher, eher ein euphorischer Langschläfer. Aber egal wie kurz oder lang ich schlafe, ich träume. Manchmal so intensiv und real, dass ich mich frage, ob das Erlebte auch wirklich nur im Traum passierte.

Traum #1

Im Traum saß ich mit bleichem Gesicht und starr vor Angst in meiner Abiturprüfung. Die Aufgabenblätter lagen vor mir und ich checkte, dass ich nur ein Thema für die Prüfung gelernt hatte und genau dieses Thema wurde nicht abgefragt. Ich hatte Schiss, zur mündlichen Nachprüfung antreten zu müssen.

Als ich aufwachte, schob ich die geträumte Wiederholung meiner Biologieprüfung auf irgendeine Art von Stress. Dabei lief alles super. Oder war ich nur noch nicht auf Betriebstemperatur? Oder sah ich Arbeit, wo keine war? Egal. Das Abitur habe ich auch ohne Nachprüfung geschafft.

Traum #2

Ich unterhielt mich mit einer Person in meiner Wohnung. Wir standen in der Küche. Ich stützte mich mit einer Hand auf der Stuhllehne ab. Plötzlich klingelte es an der Tür. Ich öffnete die Wohnungstür und eine Person trat mit einer großen Musikanlage in der Hand über die Schwelle. Die Person fragte im harschen Ton, wo denn nun die Technik abgestellt und angeschlossen werden solle.

Eindeutig ein Zeichen dafür, es am Wochenende krachen zu lassen. Oder war der Traum die Erinnerung an den nervigen Nachbarn, der morgens um 4 Uhr seine Anlage so laut aufdrehte, um die Nachrichten auf Deutschlandfunk zu hören? Ich war dann auch schon top informiert und wach.

Traum #3

Ich rannte und rannte und rannte. Über Wiesen, Felder, Äcker. Dann sah ich plötzlich ein Gehöft. Ich wusste nicht, warum ich wie eine Bekloppte rannte oder ob ich vor etwas oder vor jemandem weglief. Oder wollte ich einfach nur Sport machen? Ich rannte zum Gehöft und blieb.

Traum #4

Bevor Freunde oder Nachbarn in den Urlaub fuhren, wurde ich ab und an mit dem Briefkasten leeren und der Blumenpflege beauftragt. Den Briefkasten zu leeren war jetzt nicht die wilde Sache. Sollten die Blumen in den nächsten drei Wochen eingehen, dann war das auch kein so derbes finanzielles Desaster.

Ich sollte ein Haus hüten. Kein Ding, dachte ich, als mir die Hausbesitzer die Ersatzschlüssel in die Hand drückten. Über Nacht fraßen irgendwelche Viecher kreisrunde Löcher in die Wände und im Keller schlürften merkwürdige Kreaturen den Boden trocken. Keine Ahnung, ob es Wasser oder irgendeine Chemikalie war.

Traum #5

Ich saß an meinem Schreibtisch. Vor dem Schreibtisch stand ein runder Tisch, an dem vier Personen saßen und sich anbrüllten. Mein Telefon klingelte, aber ich nahm den Hörer nicht ab. Es war eindeutig zu laut. Ich hätte die Person am anderen Ende der Leitung ohnehin nicht verstanden. Dann sagte ich in ruhigem Ton: „Ich mache das.“ Stille für zehn Sekunden. Die keifenden Personen blickten sich an und brüllten weiter.

Scheinbar wollte ich nur helfen.

Traum #6

Das nervtötende Weckerklingeln katapultierte mich sofort in den Tag und der einzige Film, der in meinem Kopf ablief, spulte die To-Dos auf meiner Liste ab. Bis zum Feierabend hatte ich noch so viele Stunden vor mir. Wow. Der erste Gedanke am Morgen war, wann ich endlich in den Feierabend gehen konnte. Oder brauchte mein Körper einfach nur mehr Schlaf?

 

Artikelbild: Photo by Bryan Minear on Unsplash

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